Ihr kotzt mich an

•Juni 15, 2017 • Schreibe einen Kommentar

Mal ehrlich. Wo genau ist euer fucking Problem?

Menschen einfach Mensch sein lassen ist euch zu viel, zu schwer?

Gestern wurde in eine Facebook-Gruppe, die ich manchmal sehr grenzwertig finde, ein Foto von einer veganen Seite (Oder Gruppe. Oder irgendsowas. Nicht weiter nachgeschaut. Meiner Meinung nach auch eher zweitrangig) gepostet.
Der Inhalt ist wichtiger. Es ging darum, dass Jemand anfragte, eine Bezeichnung zu ändern. Von „werdende Mütter“ in „schwangere Personen“, da nicht nur Frauen schwanger werden. Es wurde als Okay befunden und geändert.
Soweit so gut.
Für mich ist hier kein Aufhänger. Einige Menschen sahen das allerdings anders. Und machten sich über diese Frage lustig. Super fand ich es in dem Zusammenhang schon nicht. Aber die Gruppe finde ich, wie schon gesagt, teilweise sowieso grenzwertig. Nahm es also nicht so ernst.

Später kam das Bild auf Twitter und damit in meine Filterbubble. Auch hier in einem Kontext, der sich darüber lustig machte bzw. Unverständnis zeigte.

Natürlich erklärt man auch erstmal gern, dass es eben auch Trans*Männer gibt, die sich noch nicht haben operieren lassen(mir ist der korrekte Begriff „angleichen“ bekannt. Allerdings finde ich ihn sehr falsch klingend) und deswegen noch immer fähig sind, Kinder zu bekommen. Bzw. dass es genauso die Intersexualität und da die Möglichkeit der Schwangerschaft gibt.
Über die Ignoranz, die als Antwort kam, wurde ich enorm wütend.

„Sie seien dann ja Frauen, weil sie sich ihres Geschlechts bewusst sind“, „solang ein Geschlecht genutzt wird, gehört man diesem auch an und wird dementsprechend genannt“.  Ähnliche Aussagen fielen.

Wie kann man denn bitte derart borniert sein? Später wurde ich auch noch weiter angemacht,  von Leuten aus dem braunen, besorgten Sumpf. Jo. Muss ich nichts weiter zu sagen.

Allerdings fielen auch solche Aussagen:

Solche Aussagen sind nicht nur dumm, sie verletzen. Auf vielen Ebenen. Es ist ein Schlag in die Magengrube für Trans*. Für das Recht auf freie Persönlichkeitsentfaltung. Für Menschen, die keine Kinder bekommen können, denn sie sind ja keine vollwertigen Männer bzw. Frauen. Ich zog mich zurück, überfordert von meinen Gefühlen und so viel Dummheit.

Heute morgen trudelten natürlich noch einige Kommentare ein. Ich sei keine Feministin, ich würde mich ja nicht nur für Frauen einsetzen. Ich solle mich umbringen.

Und heute landete das Bild auch in einer anderen Facebookgruppe. Auch hier ging es wieder los. Es wurde von unbelehrbaren Queerfems gesprochen, die „dumme Argumente“ hätten. Argumente dann falsch wiedergegeben. Natürlich ergeben diese Argumente dann wenig Sinn. Herzlichen Glückwunsch, Spaten.

Ich würde mal vermuten, dass sich jede queere Persönlichkeit des biologischen Geschlechts bewusst ist. Aber eben nicht unbedingt damit einher geht, sich nicht damit wohl fühlt. Es ist etwas falsch, wenn man mit der Anrede des biologischen Geschlechts angesprochen wird.

Und was ist verdammt nochmal falsch daran, wenn sich Menschen nicht nur für eine bestimmte Menschengruppe (hier dann wohl Frauen), sondern für Menschlichkeit und Menschenrechte für alle einsetzen? Wo ist eure Toleranz, liebe “ radikale Feministinnen“, wenn es nicht darum geht, nur Mann und Frau zu haben?

Natürlich kann man es teilweise übertrieben finden, wenn Leute neutrale Ansprache nutzen. Man kann es aber auch einfach akzeptieren. Es. Ist. Nicht. Eure. Fucking. Arbeit. Auch nicht, wenn jemand jedes Wort gegendert oder neutral ausgedrückt wird. Wenn ihr allerdings nicht kapiert, was mit einem neutralen Ausdruck am Ende gemeint ist, ist das allerdings schon euer Problem.

Es ist allerdings schon angenehm, wenn man einen neutralen Ausdruck liest. Man fühlt sich nicht übergangen. Nicht auf sein biologisches Geschlecht reduziert.

Die Wut, die noch immer in mir brodelt, kann ich leider schlecht ausdrücken. Ich könnte jetzt die nächsten tausend Worte mit Beleidigungen füllen, würde aber vermutlich nichts bringen. Also eine Bitte:

Einfach mal bisschen in radikaler Toleranz üben, Leute.

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*Gida

•März 2, 2015 • Schreibe einen Kommentar

24. August 1992.

In Rostock-Lichtenhagen erreichten rassistische Ausschreitungen ihren Höchststand. Schon tagelang flogen Steine und Molotowcocktails in das dort stehende (und überfüllte) ZAst, die Zentrale Aufnahmestelle für Asylbewerber.

Die Polizei stellte zu wenig und zu spärlich ausgerüstete Kräfte. War überfordert. Festnahmen trafen zum großen Teil linke Kräfte, die zur Solidarität mit den Asylsuchenden bewegen wollte, diese zeigte. Helfen wollten. Das ZAst wurde geräumt. Man fand, damit sei das Problem aus der Welt geschafft. Doch vergaß man das Wohnheim ehemaliger vietnamesischer Angestellter. Wohl, weil diese seit Jahrzehnten in Deutschland leben. Deutsche waren. Aber eben nicht so aussahen. Was reichte. Am Abend flogen in das Wohnheim Molotowcocktails, es wurde angebrannt. Von der Polizei kam keine wirkliche Reaktion. Weniger als die Tage vorher. Der Zeitraum gilt als der mit den größten rassistischen Ausschreitungen der Nachkriegszeit. Rostock ist für die Ausschreitungen nur das größte Beispiel. Es ging in einigen Städten so. Das soll Rostock nicht irgendwie abschwächen. Mehr oder minder direkt unterstützt wurde es von Presse und Politik. Die nichts taten, die Propaganda noch freudig ablichteten.

Nun möchte ich die Situation von ’92 nicht mit den *gida-Bewegungen gleichsetzen. Doch gibt es Parallelen.
Ich hörte während der Demonstrationen „Deutschland den Deutschen“ und „Ausländer raus!“-Rufe. Gleiches wurde damals geschrien.

Ein zweiter großer Punkt ist die Angst. Damals hatten — logischer Weise — Asylsuchende Angst. Endlose Angst. Auch heute sind sie nicht vor Rassismus gefeit. Angefangen von Alltagsrassismus über Hetzreden bis hin zu tatsächlichen Übergriffen. Wir leben momentan in einem Land, in dem Asylsuchende, die herkamen, weil sie Angst um ihr Leben hatten, auch hier wieder Angst um ihr Leben haben müssen. Gerade heute ist ein großartiges Beispiel. Das Refugees-Camp wird von Nazis und Pegida-Anhängern angegriffen. Mit eben den Rufen, die oben sind. Und man ist STOLZ darauf. Man ist stolz darauf, Menschen, die schon nichts mehr haben, die nach Deutschland kommen, um zu hoffen, dass sie endlich friedlich und in Ruhe verweilen können, nochmal das bisschen weg, was sie gerade noch haben. Es ist widerlich.

Man ist stolz, ein Deutscher zu sein. Oder will es sein. Doch was gibt einem das Recht, stolz darauf zu sein? Was habt ihr dafür geleistet? Was macht euch dadurch besser? Ihr schreit für Mannschaften, erfreut euch ihrer Siege. Und habt wieder nichts für geleistet. Ihr brüstet euch, im Land der Dichter und Denker zu leben. Brüstet euch mit Goethe, Schiller. Und doch wollt ihr nichts mehr mit der Nazivergangenheit zu tun haben? Wenn ihr findet, dass das zu lang her ist, habt ihr genauso wenig Recht, auf Goethe und Schiller stolz zu sein. Lebt mit dem ganzen Paket. Oder lasst es.

Ihr glaubt blind Parolen, lasst eure Wahrnehmung durch Nazipropaganda vernebeln. Und spielt euch auf, als wäret ihr die Elite. Seid ihr nicht. Habt ihr einmal Quellen hinterfragt? Mal nicht blind hingenommen, was euch gesagt wird? Mal selbst die Augen aufgemacht.
Ihr wollt, dass kriminelle Ausländer gehen. Die kriminellen Ausländer, die euch so aufregen, sind Deutschte. Sie sind in der mindestens zweiten Generation hier in Deutschland. Haben einen deutschen Pass. Die, gegen die ihr seid, wollen zum Großteil nur Ruhe. Vergessen. Leben. Vom Hass entkommen.

Ihr denkt, sie würden sich nicht richtig integrieren? Man würde nie erlauben, eine Kirche in z.B. der Türkei zu bauen? Die Meisten Asylsuchenden würden nichts lieber als die Sprache zu lernen. Doch es wird ihnen verwehrt. Ihnen wird keine Möglichkeit gegeben. Und Kirchen werden in Gebieten, die einen relativ hohen christlichen Teil haben, ohne Probleme gebaut.

Sie würden mehr Geld bekommen, als Hartz4-Empfänger, unsere Steuergelder verschlingen, seien zu faul zum Arbeiten? Ein Asylbewerber bekommt 140€ pro Monat Taschengeld, um sich um das nötigste zu kümmern. Den Großteil davon in Gutscheinen oder direkt Sachwerten. 40€ bekommen sie im Normalfall etwa bar. Die meisten würden im Gegenteil sehr gern arbeiten. Dürfen aber nicht. Ein Hoch auf unser Asylrecht.

Sie klauen die Arbeitsplätze? Na Mensch. Man kann es aber auch nicht Recht machen. Sind sie jetzt faul oder nehmen sie Arbeitsplätze weg? Einmal, wenn Jemand mit wenig Sprachkenntnissen und ohne größere Kontakte euch den Job wegnimmt, liegt es vielleicht einfach an euch. Außerdem brauchen wir Arbeiter aus anderen Ländern. In den ersten paar Jahren gäbe es in Deutschland tatsächlich einen Aufschwung. Weniger Arbeitslose. Schaut man sich aber unsere Bevölkerungspyramide an, wird man recht schnell feststellen, dass wir bald ein ziemliches Problem hätten. Deutschland stirbt aus. Ohne Zuwanderung ließe sich das Rentensystem gar nicht mehr stemmen. Also noch weniger Geld für Rentner. Werdet euch einig, was ihr wollt.

Es kommen alle nach Deutschland? Und alle dürfen hier bleiben? Die meisten Flüchtlinge stranden in angrenzenden Staaten. In Deutschland gibt es auf 1.000 Bewohner gerade mal 1,5 Asylbewerber, auf die Gesamtheit der Flüchtlinge  gesehen sind dies nicht mal ein Viertel Prozent. Und hier bleiben? Mitnichten. Es ist auch sehr abhängig, wo man herkommt. Die meisten werden nur geduldet. Hierzu eine Geschichte, die ich selbst mitbekam, da es eine Bekannte aus meiner ehemaligen Klasse war. Sie zählte zu den Balkanflüchtlingen, sie hatten ein Duldungsrecht, durften hier arbeiten. Sie machte ihr Abitur. Eine der besten Abschlüsse. Sie bewarb sich normal. Bekam die Ausbildung. Als sie dies nun auf dem Ausländeramt angeben wollte, bekam sie die Frage, wieso sie sich überhaupt bemüht hätte, sie wisse doch, dass sie „sowieso abgeschoben wird, sobald das Abitur fertig ist“. Im Balkan sei ja keine Krieg mehr. Sie wusste auch schon, dass ihr Bruder abgeschoben wird, sobald er 18 ist. Beides trat ein. Beide mussten kämpfen, damit sie wieder nach Deutschland durften. Weil der Krieg eben nicht vorbei ist.

Ich denke, das Aufzeigen der Punkte und des Anfangs sollte nun klar genug

Nachsicht

•September 2, 2014 • Schreibe einen Kommentar

„Hab Nachsicht. Es ist für sie nicht leicht. Sie wurde über Jahre verhätschelt und jetzt plötzlich fallen gelassen. Es ist nicht einfach für sie.“
„Jetzt reiß Du Dich zusammen. Es ist momentan schwer für sie.“
„Sie hat gerade niemanden. Das musst Du verstehen.“
„Versuch doch wenigstens, mit ihr klar zu kommen.“
Wird mir seit über einem Jahr gesagt. Von engster Familie.
Natürlich versuchte ich es. Gab mir größte Mühe. Aber machte mich dadurch fertig. Völlig.
Als ich vor einem Jahr auszog, war ich ein Wrack. Ein völliges. Mit dem Wunsch tiefen Wunsch, mich nicht nur selbst zu verletzen, sondern mit dem Wunsch, zu springen, sobald ich aus einem hoch gelegenen Fenster oder einer Brücke stand. Das Bild, von einem Auto getroffen zu werden, als sehr angenehm empfand. Und jedes Mal den Wunsch hatte, „die Straße runter“ zu gehen, sobald ich nur ein scharfes Messer sah. Vermissen? Würden mich sowieso die wenigsten. Am Ende hätte ich keinen Stress mehr. Sollte es Jemanden geben, der mich vermisst, wäre es mir dann sowieso egal gewesen.
Ein halbes Jahr lang machte ich nur den Sam. Schluckte jegliche Kommentare. Es war ja eine so harte Zeit für sie.
Knapp 2 Monate fuhr ich jeden Tag 2h quer durch die Stadt, war den Tag über in der Uni und schmiss – so gut es nach der OP ging – den Haushalt. Zwei Leute saßen zu der Zeit zuhause. Alles, was ich bekam, waren Ärger und dumme Sprüche, wenn mal etwas nicht passte, nicht so war, wie es erwartet war.
Dann war ich an eben jenem Punkt.
Ich wusste, dass ich zwei Möglichkeiten hatte. Den Wunsch umzusetzen oder in die halbfertige Wohnung zu ziehen.
Ein halbes Jahr lang herrschte Funkstille. Zwischen uns beiden. Auch, wenn ich mal bei Papa war. Es wurde sich einfach aus dem Weg gegangen und gut ist.
Dann doch mal was gesagt. Mein Argument, um ruhig zu bleiben war, dass ich ja sowieso bald weg bin. Dass ich nicht drüben bleiben muss. Meine Höhle wartet am andern Ende der Stadt.
Doch das Argument wurde schwächer. So kam es nun wieder zu Streits.
Die oben genannten Argumente von Verwandten ziehen bei mir gar nicht.
Ist es denn in irgendeinem Punkt besser, dass ich es gewohnt bin, von der Frau, die mich in diese Welt warf, ignoriert zu werden, schlechter behandelt zu werden? Dass sie mir das Gefühl gab und gibt, wenig bis nichts wert zu sein?
Natürlich. Ich bin selbstständiger. Erwachsener. Weil ich musste.
Es wird nun mal in jedem Leben Zurückweisungen geben. Auch von Menschen, die einem wichtig sind. Ich weiß nicht, wieso man das im zarten Alter von 24 nicht lernen sollte. Wieso man nicht lernen soll, dass man auch mal etwas allein schaffen muss. wenn es hart auf hart kommt, muss man sowieso allein überleben.
Wenn es so weiter geht und mir weiter gesagt wird, ich solle blindlings Rücksicht nehmen, bestenfalls mich selbst dabei vernachlässigen, werde ich wohl mein Umfeld wieder ausdünnen, erstmal Kontakte abbrechen müssen. So Leid es mir tut.
Ich bin momentan wieder an einem Punkt, an dem ich selbst etwas sehr auf mich achten muss.

Huskyhundi

•Juni 13, 2014 • 2 Kommentare

Vorhin fragte ich ja, ob zufällig Jemand eine Huskyhündin aufnehmen möchte.
Danke erstmal für die RTs soweit. Ich hoffe, es findet sich Jemand.
Ich will das hier nutzen, um zusammenzutragen, was ich von ihr weiß.
Aber. Zuallererst: es ist NICHT(!) meine Hündin. Ich habe hier 16 mehr oder weniger Notratten (durch ungewollten Wurf), die ich z.T. an den Mensch bringen muss, und eine sehr liebesbedürftige Siammischling. Nebenbei studier ich und werd demnächst jobben. Mal abgesehen von einigen Festivals. Wenn ich könnte, würde ich sie nehmen. Aber man kann erahnen, dass es schon jetzt eher knapp ist. Mich zu beleidigen bringt also nichts. Absolut nichts.
Ich wurde gestern nur von einem sehr guten Freund gefragt, ob ich nicht einen Hund haben will oder jemanden kenne.
Er ist von der Sache nicht begeistert, ich bin es nicht. Aber es geht uns um den Hund. Deswegen wird es auch Nachkontrollen geben und wir wollen uns zumindest mit ihm unterhalten. Fertig und verdammt nochmal aus.
So. Nachdem das raus ist, kommt jetzt eine Liste, die ich auch erweitern werde, eben, was ich über sie weiß.
– 4 Jahre alt
– weiblich
– läuft, tobt und spielt gern und viel
– ist im allgemeinen umgänglich
– hat leichte Angst im Dunkeln
– die jetzige Besitzerin kommt ihren Bedürfnissen nicht mehr nach, weswegen sie sie abgeben will oder in 4 Wochen ins Tierheim geben muss.
Die Tage wird wohl noch ein Bild kommen. Sobald ich mehr Infos habe, kommt es – wie gesagt – dazu.
Fragen zu ihr leite ich natürlich auch gern weiter.

Übergrößen

•Februar 7, 2014 • Schreibe einen Kommentar

Die Ulrike war also in Berlin auf der Fashionweek … Schon bei dem Tweet, dass man „curvy ist sexy“  so herausheben muss, war ich mir nicht sicher, was ich davon halten soll. Aber okay. Wenn ich an einige ‚Schöheitsideale‘ denke, die so vorhanden sind, wundert mich das irgendwie auch nicht mehr.
Jeedeenfalls wurde ich eigentich erst durch ihren Bogeintrag zu Dingen animiert.
Einerseits, war ich durchaus verwirrt durch die Aussage, dass 38 schon zu Übergrößen zählt. Andererseits wurde ich doch endlich mal animiert, „Bikini Bridge“ zu googlen. Und es endete in leichtem Kichern meinerseits. Weniger, weil es etwas ist, was einem Angst machen sollte (was es tatsächlich etwas sollte) sondern eher, weil ich – nach dem, was da stand – vor 3 Jahren eine hatte. Jetzt kann man sich natürlich fragen, wie ich es in 3 Jahren von Schlankheitsideal zu … Naja, mir jetzt schaffte. So schwer war das gar nicht. Ich hatte schon damals Übergröße. 38 nämlich. Also ja, es kam noch was dazu. Durchaus.
Lässt mich natürlich wieder dezent an Schönheitsidealen zweifeln. Aber an sich lebe ich noch immer ziemlich zufrieden damit, wie ich aussehe. Zumindest weiß ich, dass es nicht besser wird, wenn ich abnehme. Mein Gewicht ist definitiv einer der Punkte, die ich die meiste Zeit am wenigsten hasse.
Außerdem bin ich dafür vermutlich zu viel Genießer. Denn allein in der Überlegung – probierst Du das Eis/den Käse/das Dir empohlene Bier, den Whiskey oder wasauchimmer jetzt oder lässt Du es, weil es ungesund und Du sowieso schon viel zu fett bist – ist die Entscheidung meist schon gefallen, wenn ich es nur sehe.
Meist hat der Körper sowieso ein Wohlfühlgewicht, um das man sich etwa bewegt und von dem es nur schwer ist, runter zu kommen. Ich wüsste auch nicht, warum ich mir den riesigen Stress machen sollte, da runter zu kommen. Kurz etwas Freude, wenn ich merke, dass ich abnahm, weil mir eine Jeans wieder passt? Ja. Deswegen Kalorien zählen, verzichten oder gar regelmäßig Waagen bespringen? Sicherlich nicht.
Ich ernähre mich relativ bewusst. Zumindest bin ich mir durchaus dessen bewusst, was ich zu mir nehme (2 Jahren Ernährungsberatung sei dank). Es ist also nicht so, dass ich nicht weiß, was für ungesundes Zeug ich zu mir nehme, ich mache es allerdings mit voller und eigener Entscheidungsgewalt. Wenn ich keinen Appetit darauf habe, komme ich eben nicht auf meine 5 Gemüseportionen am Tag. Dadurch kommt es wohl, dass mir, obwohl ich mittlerweile öfter und öfter versuche, mehr Gemüse zu essen, gern mal gesagt wird, dass ich (einer) der am ungesündest(en) lebende(n) Vegetarier bin, den man kennt, weil ich nicht den ganzen Tag da stehe und Obst und Gemüse esse, sondern da auch noch sehr mäkelig sein kann.
Aber: ich lebe ganz gut damit. Ich fühl mich die meiste Zeit wohl in meinem Körper. Und darauf will ich eigentlich hinaus.
Ist es nicht um einiges wichtiger, mit sich selbst zumindest  halbwegs klar zu kommen, in den Spiegel schauen zu können und „Loift!“ zu denken, auch wenn man Übergrößen trägt (was ja heute etwas leicht zu erreichen ist), als sich einzureden, dass man hässlich ist, weil man irgendwelchen Schönheits-/ Schlanksheitsidealen nicht entspricht, sich dadurch Panik macht und wasauchimmer?

Wiederkehr.

•November 30, 2013 • Schreibe einen Kommentar

So. Wie schon in dem Kochblog angedeutet.
Das Jahr war im Allgemeinen etwas stressig, neben Abitur und Studiengangbewerbungen, kam noch einiger privater Spaß dazu, der sich bis vor etwas mehr als einen Monat steigerte. Eventuell dazu später mehr.
In der Zeit war der Blog nun mal nicht das Wichtigste, dringender war es für mich, die Zeit irgendwie zu überstehen.
Mit meinem Auszug legte es sich nun erstmal was, auch der Umzugsstress und Eingewöhnung und alles ist mittlerweile abgeflaut.
Also ist es jetzt mein Vorhaben, mindestens einen der Blogs wieder aktiver zu führen, lieber wären mir natürlich beide, aber nunja. Mal gucken. Zeit liegt ja auch nicht auf der Straße. Geld erst Recht nicht und da muss ich auch schauen, wie da noch was rein kommt. Aber okay.
Jedenfalls melde ich mich hiermit irgendwie zurück. Und nehme mir vor, hier nicht nur rumzumimin.
Hi. I’m back in da hood. Und so.

Lebensstile

•Oktober 27, 2013 • Schreibe einen Kommentar

Hmh. So einen großartigen Plan gehabt, wie ich mich dem regelmäßigerem bloggen verschreibe. Und jetzt liegt der Post auf ’nem Laptop, dessen ich gerade zu faul bin, zu reparieren und mir kam ein Facebookpost dazwischen.

Ich möchte zu dem Post keinen Namen nennen. Es ist möglich, dass der Verfasser* den Blog liest. Es ist möglich, dass er meine Nonmentions las, die sich ziemlich direkt auf den Post bezogen. Es ist möglich, dass er es nicht liest und oder dass er sich damit nicht angesprochen fühlt. Ist mir am Ende eigentlich auch egal. Soll er in den Kommentaren mimin, wenn es noch was zu mimin gibt und überhaupt.

Doch erst mal, worum es in dem Post ging: Der User wurde wohl zu einer Grillseite eingeladen, »auf der Fleisch von gemordeten Tieren verwendet wird«, dies empfand er als eine Frechheit und man solle ihn doch sein Leben leben lassen.

Soweit so gut. Jetzt mal abgesehen davon, dass ich das rumgeheule als übertrieben ansehe (immerhin geht aus seiner Aussage vor, dass die Tiere schon tot sind und man sich nicht daran erfreut, wie man sie zuvor noch umbrachte) und mich noch immer frage, ob es besser wäre, wenn die Tiere lebend auf den Grill geworfen werden würde, stört mich noch etwas anderes, viel allgemeineres. Und das ist etwas, was eigentlich eine Abartigkeit aller Menschen ist.

Und das ist (s)eine abartige Doppelmoral.

Er selbst will, dass man ihn doch bitte sein Leben leben lässt. Doch lässt er es Fleischesser nicht, will sie immer ob ihres schlechten, schändlichen Lebensstils belehren. Ich persönlich kenne es besonders von den mir persönlich bekannten Conny und Daniel. Ja, beide essen Fleisch. Empfinden es aber als besser, weniger Fleisch die Woche zu essen, wenn es dafür verantwortungsbewusst gehalten wird. Und gehen mit der Tatsache, dass ich Vegetarier bin, vermutlich umsichtiger beim Kochen um als ich selbst.

* um mir jeglichen Genderstress zu ersparen, nutze ich die männliche Form. Wer etwas dagegen hat, darf mir den Post gern gegendert in die Kommentare posten, dann übernehme ich es natürlich eventuell.